Skip to main content

Psychische Bewältigungsmuster

Gesundheitliche Beeinträchtigungen können bei älteren Menschen eine Reihe von typischen Bewältigungsmustern hervorrufen, die als psychische Reaktionen auf Schmerzzustände, Ängste bezüglich des unberechenbaren Verlaufs akuter und chronischer Krankheiten, Hilflosigkeit und Überforderung ablaufen.

 

Als generelle Grundhaltung des Akustikers beim Umgang mit "diesen" Kunden: Aus der partnerschaftlichen Haltung heraus agieren! (+/+)

 

 

Altersstarrsinn: Festhalten an vertrauten Situationen mit dem Ziel, die innere Stabilität zu bewahren

Aussagen/Verhalten des Kunden:

  • "Das war schon immer so, ich hatte immer genau so ein Gerät!"
  • "Das alte Gerät war viel besser!"
  • "Ich will nichts neues, das ging ja früher auch ohne"
  • Verhalten: lehnt Veränderungen/Neues ab

Angemessenes Verhalten des Hörakustikers:

  • Emphatie zeigen: "Das kann ich verstehen/würd mir auch so gehen" (Emotionales Abholen)
  • keinen Druck ausüben, lieber sanft erklären (nicht von oben herab)
  • offene Fragen stellen: "Was genau hat Ihnen am alten Gerät so gut gefallen?"
  • evtl. Kinder/Verwandtschaft ins Boot holen
  • Parallelen zum alten Gerät (zum "Bekannten") bringen

Regressive Verhaltensweisen: Rückfall in frühkindliche, dem jetzigen Alter nicht angemessene Verhaltensweisen, um Gefühle (z.B. Angst), die aus der eigenen Lebenssituation resultieren, in den Griff zu bekommen.

Aussagen/Verhalten:

  • Opferrolle ("ich kann das nicht!")
  • kindliche Sprache, evtl. kindliche Mimik, evt. kindliches Verhalten/Bewegungen
  • erwartet, dass andere die Entscheidung für einen treffen
  • braucht Hilfe für alles

Angemessenes Verhalten des Hörakustikers:

  • Unterstützung anbieten (im Sinne von: Hilfe zur Selbsthilfe)
  • loben für das, was schon geht
  • Selbstbewusstsein des Kunden aufbauen (Sachen in die Hand geben)
  • würdevolle einfache Sprache ("professionell")

Verdrängung: Nicht-Wahrhaben-Wollen und Verharmlosung der körperlichen Veränderungen/Krankheiten/Lebenssituation, um Angst und Unsicherheit abzuwehren.

SIEHE KRISENBEWÄLTIGUNGSSPIRALE!!!

Aussagen/Verhalten:

  • "Ich hör doch noch alles"
  • "Die anderen nuscheln nur!"
  • "Eigentlich ist ja alles noch gut" (spielt alles runter)
  • unvorsichtiges Verhalten ("Übermut")
  • "Das hat doch jeder! Das ist ganz normal!"

 

Angemessenes Verhalten des Hörakustikers:

  • Zeit geben
  • Problembewusstsein schaffen
  • Hörmessung machen: Zahlen/Daten/Fakten schaffen
  • verständlich Fakten erklären
  • Zeit geben

 

 

Egozentrizität:Egozentrizität: Starke Ich-Bezogenheit, Teilnahmslosigkeit gegenüber der Umwelt – ein auf Selbsterhaltung ausgerichtetes Verhalten („Ich bin der Nabel der Welt.“).

Aussagen/Verhalten:

Angemessenes Verhalten des Hörakustikers:

Depressives Verhalten: Übersteigertes, klagendes Verhalten, das zur dauerhaften Haltung gegenüber Gesprächspartnern wird u.a. aus Gründen der Trauer.

Aussagen/Verhalten:

Angemessenes Verhalten des Hörakustikers:

Erhöhte Suggestibilität: Leichte Beeinflussbarkeit durch Ratgeber, um sich sicher zu fühlen (z.B. Ärzte, Angehörige). Dabei kann der Einfluss des sozialen Umfeldes sowohl eine stützende als auch eine negative Wirkung auf die psychische Verfassung des Betroffenen haben.

Aussagen/Verhalten:

Angemessenes Verhalten des Hörakustikers:

Aggressives Verhalten: Unzufriedenheit, Besserwisserei, Misstrauen, überkritische Haltung ha-
ben nur selten mit dem jeweiligen Gesprächspartner zu tun. Begründet ist dieses Verhalten viel-
mehr als Reaktion u.a. auf Hilflosigkeit und Frustationen.

Aussagen/Verhalten:


Angemessenes Verhalten des Hörakustikers: